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FSS: Kollegialitätspreis

Der KollegialitätspreisWir zeichnen besonderes soziales Engagement aus

Kollegialität wird unter Eisenbahnern groß geschrieben. Werte wie Gemeinsamkeit und Zusammenhalt stehen in der tagtäglichen Arbeit im Mittelpunkt. Der Fonds soziale Sicherung vergibt daher Jahr für Jahr den "Kollegialitätspreis". Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in ganz Deutschland sind dabei aufgefordert, Kolleginnen und Kollegen, die ein besonderes soziales Engagement gezeigt haben, für diesen Preis vorzuschlagen.

Der Kollegialitätspreis 2015

Kollegialität wird unter Eisenbahnern groß geschrieben. Davon zeugten auch in diesem Jahr die Einsendungen zum Kollegialitätspreis des Fonds soziale Sicherung. Am Montag wurden in Berlin die Preise verliehen. Vergeben wurden in diesem Jahr fünf Einzel- und zwei Teampreise. „Der Kollegialitätspreis ist immer noch etwas Besonderes“, so die zweite Vorsitzende des Fonds soziale Sicherung, Silvia Müller. „Bei anderen Auszeichnungen geht es um den Job. Hier geht es um das menschliche Miteinander und das Füreinander einstehen.“

In Zeiten zunehmender Arbeitsverdichtung „verlieren viele den Blick für die Kollegin oder den Kollegen“, so Silvia Müller weiter. „Wir wollen diejenigen ehren, die diesen Blick nicht verlieren.“

Heiko Prautzsch, SVP bei DB Energie in Dresden, betreut bereits seit mehr als acht Jahren einen Kollegen, der durch einen Badeunfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Er führte ihn zu einem neuen Ausbildungsberuf und sorgte jetzt auch für eine barrierefreie Ausgestaltung des neuen Arbeitsplatzes. Heiko Prautzsch wurde dafür mit einem von fünf Einzelpreisen des Kollegialitätspreises 2015 ausgezeichnet.

Auch andere Preisträger kümmern sich in besonderer Weise um Kollegen, die durch Krankheit und Behinderung gehandicapt sind. So Rainer Knopp aus Frankfurt um einen Kollegen, der in seiner Mittagspause einen Schlaganfall erlitt. Er half dem völlig überforderten Kollegen in vielerlei Hinsicht.

Hans-Peter Schwenk hilft einem Kollegen, der nach einem Dienstunfall lange Zeit krankgeschrieben ist und auf fremde Hilfe angewiesen war. Er brachte ihn zu Arztterminen und zur Krankengymnastik, hilft beim Einkaufen etc. und baute den Kollegen durch seinen Zuspruch auch mental wieder auf.

Kollegin Erika Warmbier wird gedankt für ihren Einsatz und ihre Unterstützung bei einem DB-internen Arbeitsplatzwechsels einer Kollegin. Diese musste wechseln, weil ihr Mann einen Arbeitsplatz nur 230 Kilometer entfernt bekam. Erika Warmbier half bei der Arbeitsplatzsuche und auch bei der Neuorientierung und stellte sogar vorübergehend eine Unterkunft bereit.

Auch Uwe Schulz, Lokführer in Darmstadt, kümmerte sich um eine Kollegin, die plötzlich schwer erkrankte. Trotz Schichtdienstes fuhr er, so oft es ging, von Darmstadt nach Frankfurt und investierte viel Freizeit. Er unterstützte die Kollegin bei der Genesung und auch beim Wiedereinstieg in den Job.Aber nicht nur einzelne Beschäftigte, auch ganze Teams setzen sich ein.

So war für Steven Penßler-Bayer und Andree Weigert klar, dass sie etwas tun mussten, als ein Kollege an Leukämie erkrankte. Sie luden gemeinsam mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) zu einer Veranstaltung, an der 250 Kolleginnen und Kollegen teilnahmen. Dabei wurden zwei Stammzellenspender gefunden, ohne die der betroffene Kollege wohl keine Heilungschance gehabt hätte.

Im November 2014 erfuhren die Kollegen Annika Groß und Daniel Ruoff von einer sehr schweren Erkrankung ihres Arbeitskollegen. Sie beschlossen, der Familie in dieser sehr schwierigen Situation ganz praktisch beizustehen. Es wurden zahlreiche Kollegen mobilisiert, die sich bereit erklärten, notwendige Arbeiten am und im Haus der Familie zu erledigen. Dieser Einsatz nahm dem Kollegen viel Last und Sorgen, sodass er auch mehr Kraft für die Genesung finden kann.